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Rosa Loy

11. September
— 11. Dezember 2022

Flaneurin

Die Ausstellung zeigt Arbeiten der Künstlerin aus den Jahren 1997-2022.
Rosa Loy steht in einer Tradition, die gemeinhin als „Leipziger Schule“ bezeichnet wird. Nach einem Studium der Gartenbaukunst an der Humboldt Universität in Berlin studierte sie von 1985 bis 1990 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei dem für seine Plakatkunst bekannten Rolf Felix Müller und war anschließend Meisterschülerin bei Rolf Münzner.
Rosa Loy arbeitet gegenständlich, aber einem als realistisch zu bezeichnenden Stil lassen sich ihre Arbeiten nicht bedingungslos zuordnen. Loys Bilder fallen unter keine der vielen Ausprägungen realistischer Malerei. Vielmehr durchdringen sich in den Bildwelten der Künstlerin surreale Anklänge mit metaphysischem Ansatz. Als surreal lassen sich die diversen motivischen Brüche bezeichnen. Dem sozialistischen Realismus angenähert scheinen hingegen die durchweg optimistisch gestimmten Motive. Loys Protagonistinnen gehen voller Energie und offensichtlicher Freude ihren Tätigkeiten nach. Zur positiven Gestimmtheit tragen auch die wohl abgestimmten Farben bei, die jede Darstellung mit einem Grundton unterlegen. Sie verleihen den Szenen, die zumeist von Frauen dominiert werden, ein besonderes Gepräge. Durchdrungen werden die Bildwelten weiterhin von Pflanzen – von Bäumen, Blüten und Früchte, die sich zum Teil mit den szenischen Darstellungen mischen, zum Teil eigenständige Kompositionen bilden.
Ein besonderes Gepräge erhalten Loys Bilder weiterhin durch das von der Künstlerin bevorzugte Malmittel. Rosa Loy verwendet Kaseinfarben, die schnell trocknen und ursprünglich bei Wandmalerei zum Einsatz kamen. Mit dieser Technik sucht sich Loy gezielt gegen das Vorgehen ihrer Kollegen abzugrenzen und zudem die Dynamik ihres Vorgehens zu unterstreichen. Langsames Arbeiten erachtet sie als ein Privileg von Männern, das sich Frauen oft nicht leisten können. Der der Künstlerin eigene Ansatz findet weiterhin Ausdruck in verschiedenen grafischen Techniken. Neben dem Zeichnen mit verschiedenen Farbstiften führt sie Linol- und Holzschnitte aus und belegt, wie versiert sie historisch verankerte Methoden mit neuen Ansätzen zu verknüpfen versteht.

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