Demnächst

Lockdown

25. April
— 27. June 2021

8 künstlerische Positionen

Für Kunst und Kultur begann 2020 alles so wie es beginnen sollte: Ausstellungen und Veranstaltungen gut geplant und im Monatstakt einem begeisterten Publikum dargeboten. Ab März 2020 erlebte das Land mit der Corona-Pandemie eine bisher nie da gewesene Zäsur: den ersten Lockdown. Museen und Veranstaltungsorte schlossen die Türen, einfach so! Um der Pandemie Einhalt zu gebieten. Lockdown, kurze Öffnung, Lockdown. Während die einen digitale Räume entdeckten, wurde es um andere eher still. Grundsatzfragen formulierten sich angesichts existenzieller Auswirkungen wie von selbst: Wer oder was sind Kunst und Kultur für eine demokratische Gesellschaft? Teil einer Unterhaltungsindustrie oder doch eher systemrelevantes Grundnahrungsmittel? Und was passierte in dieser Zeit in den Ateliers, den urigen Idealräumen des social distancings? Würde sich die erzwungene Zeit der Einsamkeit durch besonders konzentriertes Arbeiten auszeichnen? Dieser Frage ging Jutta Obenhuber, selbst bildende Künstlerin, nach. Sie kontaktierte Künstlerinnen und befragte sie zu ihrer Situation während des Lockdowns.

Nach vielen Gesprächen kristallisierten sich drei Stränge heraus:
1.Künstlerinnen haben sich mit der Corona Pandemie und dem damit einhergehenden Lockdown in ihrer künstlerischen Arbeit auseinandergesetzt. Jutta Obenhuber thematisiert in ihren Fotografien den Blick von innen nach außen sowie die Reflexion (Spiegelungen). Widad Nabi hat einen berührenden Artikel zu ihrer eigenen Corona-Erkrankung geschrieben und die Cellistin Mara Kochendörfer hat eine Lockdown-Single herausgebracht. Die scheinbar anders vergehende Zeit macht Martina Wolf in ihren Videobildern sichtbar.
2.Künstlerinnen nutzten die im Vakuum (keine Ausstellungen, wenige Kontakte) entstandene Zeit, um etwas zu tun, was ihnen sonst so nicht möglich gewesen wäre wie Slavna Martinovic, Anna Nero und Alissa Walser. Slavna hat Interviews mit ihrer 89jährigen Großmutter geführt, aus denen u.a. eine Fotoserie ihrer Großmutter mit Slavnas Mode entstanden ist, Anna Nero hat sich selbst ein 3-D Programm beigebracht, die im virtuellen Raum entstandenen Figuren zu Stickern ausgedruckt, die sie hier zusammen mit ihren Bildern zeigt und Alissa Walser hat der Schwere der Pandemie leichte Aquarelle entgegengesetzt, aus denen dann ein Buchprojekt gemeinsam mit ihrem Vater wurde.
3.Künstlerinnen fokussierten sich auf die Weiterentwicklung ihrer Arbeit wie Jennifer Bannert, die eine neue Serie innerhalb ihres Werkes entwickelte.