Zwischen Verfolgung und Ausgrenzung - die Hoffnung der Opfer auf Rehabilitation / Margot und die anderen

14. March 2024
> 19:00

Es dauerte Jahrzehnte, bis die Opfer der Zwangssterilisierung in Verwaltung und Öffentlichkeit rehabilitiert wurden. Die wechselvolle Geschichte erlebt Tiefpunkte – insbesondere auch dann, wenn Professoren, die an Zwangssterilisationen, „Euthanasie“-Maßnahmen und/oder Menschenversuchen mitgewirkt haben, als Sachverständige wirken und die Frage "Entschädigung für Zwangssterilisierte?" beantworten sollen. Es war leider nicht zu erwarten, dass diese Ärzte ihr damaliges Handeln als Unrecht ansehen und eine Entschädigung befürworten würden, zumal sie weiterhin als gesellschaftlich angesehene Fachleute tätig sein konnten. Der auf biografischen Aufzeichnungen beruhende Vortrag „Zwischen Verfolgung und Ausgrenzung, Die lange Hoffnung der Opfer auf Rehabilitation“ beschreibt das fast aussichtslose Ansinnen der Opfer, eine Anerkennung ihres Leids sowie eine Gleichstellung mit den anderen Opfergruppen zu erreichen.

Referentin Margret Hamm ist Geschäftsführerin des Bundes der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ). Sie studierte an der Universität Bielefeld Geschichte, Deutsch und Wirtschaftslehre auf Lehramt. Schwerpunkte ihres Studiums waren die Geschichte der Weimarer Republik und die des Nationalsozialismus. Durch ihre Arbeit für den BEZ pflegt sie seit vielen Jahren Kontakt mit Zwangssterilisierten und Angehörigen der „Euthanasie“-Opfer und engagiert sich für die Belange der Betroffenen. Sie ist Herausgeberin des Themenbandes „Lebensunwert – zerstörte Leben“ und hat die gleichnamige Wanderausstellung erarbeitet, sowie des Buchs "Ausgegrenzt! Warum? Zwangssterilisierte und Geschädigte der NS-„Euthanasie“" in der Bundesrepublik Deutschland.