Lesung

30. Januar 2022
> 15:00

iIn ihrem Roman erzählt Mirna Funk die Geschichte von Nike, die als Jüdin in Ostberlin aufgewachsen ist. Jede Straße trägt Erinnerung, auch schmerzhafte. Der Stolperstein ihrer Urgroßmutter liegt vor ihrer Wohnung. Für einen Job geht sie nach Tel Aviv und trifft dort Noam. Er ist Journalist, seine Geschichte ist tief und komplex. Nike lässt ihn in ihr Leben, als ersten Mann seit Jahren. Doch der vereinnahmende und brutale Onkel Noams setzt alles daran, dass Nike aus Noams Leben verschwindet. Furchtlos und berührend erzählt Mirna Funk von der Gewalt, die in Nikes und Noams Familiengeschichten steckt. Wie leben sie mit ihren individuellen Bruchstellen? Und wie können sie einander lieben?
Mirna Funk, geboren 1981 in Ostberlin, wurde für ihren Debütroman »Winternähe« mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. In der »Vogue« erscheint ihre Kolumne »Jüdisch heute«. Sie arbeitet als freie Journalistin für diverse deutsche
und israelische Publikationen.
In Kooperation mit Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

Das Leben der Marianne Kahn

03. Februar 2022
> 19:00

Das Leben der Marianne Kahn erzählt vom Schicksal eines Kindes, das in eine sogenannte Mischehe geboren wurde. Als Tochter eines jüdischen Vaters musste sie in Wiesbaden die Verfolgungen der Nazizeit erleiden. Noch vor Kriegsende wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater in das KZ Theresienstadt deportiert, das sie glücklicherweise überlebt hat. Trotz der Verfolgungen entschloss sie sich, ihr Vermögen nach ihrem Tod sozialen Einrichtungen zu vererben, so u.a. dem Hospizverein Auxilium Stiftung Marianne Kahn, der sich für die Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen einsetzt.
Vorgetragen von Dr. Rolf Faber, Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung

Allahs Karawane | Susanne Schröter

10. März 2022
> 19:00

"Muslim*Innen, die neben Allah die Göttin des Südmeeres verehren, das rituelle Fasten durch Arbeit ersetzen oder den Koran feministisch auslegen: Susanne Schröter führt kurzweilig durch unbekannte Kulturen des Islams, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie gehören zu den bedrohten Arten, die von Fundamentalisten und Radikalen bekämpft werden. Das anschauliche Buch ist ein längst überfälliger Einspruch gegen die fatale Verkürzung der zweitgrößten Weltreligion auf wenige Prinzipien und eine Einladung, den Islam in all seiner Vielfalt und Farbigkeit neu zu entdecken.
Die tanzenden Derwische in der Türkei haben eine eigene Orthodoxie ausgebildet, während es auf dem Balkan seit langem einen unorthodoxen, genuin europäischen Islam gibt. Im Sudan unterläuft der Zar-Kult rigide Scharia-Regeln. Im Senegal leiten mächtige Scheichs zu einem Leben im Rhythmus von Gebet, Arbeit und Musik an. In Malaysia existieren alte muslimische Matriarchate, während in den USA eine progressive muslimische Subkultur blüht und in Deutschland liberale Vereinigungen mit Imaminnen entstehen. Mit den Ibaditen im Oman ist eine traditionell tolerante Glaubensrichtung zu entdecken. In Pakistan haben sich Sufi-Heiligtümer zu gesellschaftlichen Freiräumen entwickelt, auch für Transgender. Auf der Insel Java ist der Islam mit Hinduismus und Buddhismus verschmolzen, und in China entwickelt sich unter den Augen der KP ein interreligiöser Islam. Susanne Schröters erstaunliche Reise durch das islamische Multiversum zeigt auf schönste Weise, dass die zweitgrößte Weltreligion vielfältiger, diverser, kreativer und pragmatischer ist, als es uns islamische Fundamentalisten und wütende Islamkritiker glauben machen wollen.

Else Niemöller-ein Frauenschicksal in ihrer Zeit | Vera Zingsem / Else Niemöller

20. März 2022
> 12:00

Else und Martin Niemöller galten vor allem in der Nachkriegszeit als ein im christlichen Sinne vorbildliches Ehepaar, und das nicht nur in Bezug auf ihre Ehegemeinschaft, sondern erst recht in Bezug auf ihr – für die damalige Zeit außergewöhnliches – berufliches Zusammenwirken. Überall im In- und Ausland, wo die beiden gemeinsam auftraten (so auch bei ihrer Reise durch die USA) hinterließen sie einen bleibenden Eindruck. Else Niemöllers besonderes Interesse galt der deutschen Friedensbewegung, der sie sich bereits früh anschloss. Das Thema „Frieden“ bildete auch den Kern ihrer Vorträge, die sie über die ganze Welt führten, denn sie hielt Frauen von Natur aus eher für Friedensstifterinnen. 1959 wurde sie zur Ehrenpräsidentin der westdeutschen Frauenfriedensbewegung ernannt. Am Ende jedoch bleibt ein typisches Frauenschicksal: Während Martin Niemöller noch immer ein Begriff ist, spricht von Else Niemöller so gut wie niemand mehr. Warum ist das so, und warum müssen wir das (noch immer) als ein typisches Frauenschicksal verstehen?

Luisa Francia Veranstaltung

03. April 2022
> 12:00

Lasten abwerfen, das Herz befreien, in die lebendige spirituelle Kraft gleiten, ich lese aus dem Buch "Mit Göttinnen durch die Raunächte" und aus "Spirituelle Raumpflege" das wohl gerade zu der Zeit erscheint.
Wir sind der Pandemie müde, aber es ist ja besonders wichtig in komplizierten Zeiten die Zuversicht zu nähren, das Lachen nicht zu verlieren und beherzt das Leben zu gestalten.

Vortrag Cambra Skadé

24. April 2022
> 12:00

Zeitgedanken und Medizinwege
Wenn wir auf unsere ganz eigene Weise leben und lieben, wachsen, wirken und da sind, dann leuchten wir. Dann können wir unsere wunderbaren Medizingaben für die Gemeinschaft geben. Und die braucht es in Zeiten wie diesen.
Eine szenische Lesung zum neuen Buch, Erzähltes und Bebildertes.